1 Der Name
1.1 Herkunft des Namens
Ursprünglich handelt es sich um einen Flurnamen, denn der 2. Teil, "biehl" bzw. "bühl" leitet sich her von mittelhochdeutsch "Bühle"; althochdeutsch "buhil". Beides bedeutet "Hügel". Wegen unterschiedlicher Deutungen des ersten Teils, "Gucken" bzw. "Guggen", gibt es jedoch verschiedene Herleitungen:
- "Hochwarte, Aussichtspunkt", von "guggen" = "schauen"
- [Schobinger et al. 1949]
- [Brechenmacher 1957] S. 608
- "Kuckuckshöhe", von mittelhochdeutsch "gucgouch" = "Kuckuck"
- [Ried 1938]. S. 29
- [Seyler et al. 1975]. S. 65.
Den Flurnamen "Guckenbühl" o. ä. gibt es auch heute noch, z. B. in:
- Deutschland:
- 78056 Villingen/Schwenningen, Ortsteil Obereschach: "Am Guckenbühl".
- 88499 Emeringen, Alb-Donau-Kreis: Naturschutzgebiet "Guggenbühl"
- 78266 Büsingen am Hochrhein (Landkreis Konstanz): Gewann "Guggenbühl"
- 72537 Mehrstetten, Landkreis Reutlingen: Landschaftsschutzgebiet "Weide auf Irnestal und Guckenbühl"
- 85298 Scheyern, Landkreis Pfaffenhofen: Ortsteil "Guckenbühl".
- Schweiz (s. auch Suche bei http://www.gis.zh.ch/gb4/bluevari/gb.asp):
- 8453 Alten, Kanton Zürich: Straße "Guggenbühl"
- 8953 Dietikon, Kanton Zürich: "Guggenbühlstraße"
- 8442 Hettlingen, Kanton Zürich: Flurname "Guggenbühl"
- 8932 Mettmenstetten, Ortsteil Rossau, Kanton Zürich:
- Flurname "Guggenbüel"
- Straße "Guggenbühlweg"
- 8475 Ossingen, Kanton Zürich:
- Flurname "Guggenbüel"
- Straße "Guggenbühl"
- 8304 Wallisellen, Kanton Zürich: "Gugggenbühlstraße"
- 8404 Winterthur, Kanton Zürich:
- Stadtquartier 220 "Guggenbühl" in Oberwinterthur
- Straße "Guggenbühlstraße"
- Straße "Im Guggenbühl"
- 8911 Rifferswil: Straße "Guggenbühl"
- 8308 Illnau/Effretikon, Kanton Zürich: Straße "Im Guggenbühl"
- 9215 Buhwil, Kanton Thurgau: Straße "Guggenbühl"
1.2 Schreibweisen
In den Archiven taucht der Name in verschiedenen Schreibweisen auf.
- In der Pfalz:
Guckenbiehl, Gukenbiehl, Guckenbühler, Gukenbühler, Gukenbühl, Kochenbinder, Guckenbiel, Gukenbühl, Gukenbiel
- In der Schweiz und Baden-Württemberg:
Guggenbühl, Guggenbühler, Guggenbül, Guggenbihl, Gungbügler, Guggenbiehler, Guggenbühel, Gugginbühl, Guggenbichler, Guggenbiller
- Im Elsass:
Guggenbuhl
Häufig geht es dabei um Bauern und Handwerker, die damals Ihre eigenen Namen nicht immer buchstabieren konnten. In solchen Fällen kam es dann auf den Autor des entsprechenden Eintrags an. Und wenn Geburt und Tod einer Person von verschiedenen Pfarrern oder Beamten vermerkt wurden, dann konnte sich auch die Schreibweise erheblich unterscheiden. Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts stabilisieren sich die Schreibweisen, als die Register genauer geführt und die Schulbildung der Leute besser wurden.