Vorkommen in der Pfalz

Der Pfälzer Zweig der Familie scheint auf Sebastian Guckenbühler und seine Frau Maria Anna Bossong zurückzugehen, die auf dem Althütterhof südwestlich von Otterberg lebten. Am Ende des Abschnitts finden Sie Verweise zu Karten dieser Gegend aus dem 19. Jahrhundert.

Maria Anna Bossong starb am 1.5.1817. Im Sterberegister ist als Alter 69 Jahre vermerkt, so dass sie gegen 1748 geboren sein müßte. Allerdings gibt es im Internet auch die Angabe, sie sei am 16.01.1753 in Neumehlingen als Tochter von Johannes und Maria Elisabetha Bossung getauft worden.

Sebastian starb am 12.04.1818. Laut Sterberegister war er 73 Jahre alt, so dass er gegen 1745 geboren sein müßte. Als Vater wird in der Sterbeurkunde Hector Guckenbiehl genannt. Manches deutet jedoch darauf hin, dass es sich dabei um einen Stiefvater handelt, vielleicht um den Fuhrmann Christian Hector, der laut [Reis 2000] zwischen 1750 und 1763 in Kaiserslautern erwähnt ist:

Philipp, einer der Söhne von Sebastian, wurde Förster. Seiner Geschichte ist Dieter Gukenbiehl nachgegangen.

Wer aber waren dann die Eltern von Sebastian Guckenbühler? Möglicherweise handelt es sich um Christian und Maria Sara Kochenbinder, deren Sohn Sebastian am 11. März 1748 in Kaiserslautern getauft wurde. Indizien dafür sind:

Christian Kochenbinder oder Guckenbühler war nach [Reis 2000] Beisasse, Meisterknecht und "Präfekt der Bataver-Knechte". Er wurde zuerst im Mai 1733 erwähnt, war am 04.11.1742 noch ledig und wird im Ratsprotokoll vom 04.09.1747 als "alter Mann" bezeichnet.

Als "Bataver-Knechte" bezeichnete man die Holzhauer, die das für Holland bestimmte Holz schlugen und transportierten. Nach [Albert 1952], [Albert 1969] verkaufte die Stadt Kaiserslautern zwischen 1697 und 1745 den Holzhändlern Bartholomae und von der Wahl aus Wesel große Mengen an Eichenstämmen, die sogenannten Holländereichen. Das Holz wurde zunächst von Fuhrleuten wie Christian Hector aus dem Wald zu einem Sammelplatz gefahren, der sich an Stelle des jetzigen Forsthauses Hahnbrunn zwischen Kaisersmühle und Kreuzhof befand. Zur Zeit des Floßbetriebes stand dort am Waldrand ein kleines Haus für das Holzplatz und Triftpersonal. Von dort aus wurde das Holz über Lauter, Glan und Nahe nach Mainz getriftet und schließlich weiter nach Holland geflößt.

Über die Herkunft Christian Guckenbühlers ist bisher nichts weiter bekannt. Die Bataverknechte standen in Diensten van der Wahls, so dass sich vielleicht in den Unterlagen der Firma weiteres finden ließe. Vielleicht stammt Christian aus Baden, wo van der Wahl ebenfalls Holz einkaufte.

Allerdings erwähnt [Reis 2000] noch zwei andere Personen mit Namen Guckenbühler:

Noch ist nicht bekannt, in welcher Beziehung diese beiden zur Familie stehen.

Gegen 1835 wurden in Otterberg und den zugehörigen Höfen der Grundbesitz in Form von Liquidationsprotokollen dokumentiert. Laut einem von Dieter Gukenbiehl im Landesarchiv Speyer entdeckten Protokoll vom 21.12.1835 besaß Anton Gukenbiehl auf dem Althütterhof die Katasternummern 2013 bis 2016. Auch heute (noch oder wieder?) besitzen Familienmitglieder Grundstücke auf dem Althütterhof.

Vom Althütterhof aus wanderten Familienmitglieder gegen 1850 in die USA und gegen 1875 nach England aus.

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© Thomas Guckenbiehl,23.02.2012